Was Anwaltskammern, Polizei, Verbraucherschützer und Medien über Fake-Kanzleien und falsche Anwälte veröffentlicht haben.
Die Redaktion dokumentiert seit Oktober 2025 laufend E-Mails falscher Insolvenzverwalter und Kanzleien, die ihr Insolvenzware gegen Vorkasse anbieten, meist unter missbrauchten Namen echter Firmen.
Die BaFin warnte am 20.10.2026 vor einer Website, die ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen anbietet und dafür den Namen der Kanzlei Mayer Brown missbraucht. Der Beitrag erklärt, was Betroffene tun können.
Ein 80-Jähriger aus dem Landkreis Rottal-Inn suchte nach einem Anlagebetrug Hilfe und geriet über soziale Medien an einen angeblichen Rechtsanwalt, dem er 4.000 Euro überwies. Laut Polizei war die Website gefälscht, die Kanzlei gibt es nicht.
Nach einer Recherche von Maldita.es geben sich 51 Profile in sozialen Netzwerken als echte Anwälte aus, teils mit KI-veränderten Videos, meist mit Hilfe bei der Einwanderung in die USA. Über WhatsApp verlangen sie Ausweisdokumente und Geld.
Fake-Kanzleien und falsche Insolvenzverwalter bieten Film- und Fotobetrieben Kameras und Fahrzeuge aus angeblichen Insolvenzen gegen Vorkasse an. Der Ratgeber nennt ein Urteil des Landgerichts Köln: Ein Täter betrieb neun Fake-Kanzlei-Websites und verursachte in 58 Fällen rund 303.000 Euro Schaden.
Unbekannte kopierten die Website einer echten Kanzlei mit Namen, Fotos und Registerdaten ihrer Anwälte und boten darüber Autos aus angeblichen Insolvenzen an. Die Kanzlei ließ die Seite über Hoster und Domainanbieter innerhalb weniger Tage abschalten.
Laut Watchlist Internet steht hinter der Website keine echte Kanzlei. Je nach Empfänger erzählt sie von Erbschaften, Insolvenzverkäufen oder Urheberrechtsforderungen, um Zahlungen zu erreichen.
fait-recht.de
Zwei Polizeimeldungen aus Zwickau und Offenburg: Opfer von Anlagebetrug suchten im Internet rechtliche Hilfe und gerieten an Fake-Kanzleien. In Offenburg zahlte ein Mann, der zuvor 35.000 bis 40.000 Euro verloren hatte, einer angeblichen britischen Kanzlei weitere 1.500 Euro.
Unternehmen in ganz Deutschland erhalten E-Mails angeblicher Kanzleien mit Maschinen und Material aus Insolvenzen gegen Vorkasse. Allein die Polizeidirektion Görlitz meldete drei Fälle in wenigen Tagen.
Laut dem Vergleichsportal Gold.de geben sich Betrüger als echte Insolvenzverwalter und Kanzleien aus und bieten Goldbarren 20 bis fast 38 Prozent unter Metallwert an, gegen Vorkasse.
Ein Mann aus dem Landkreis Görlitz zahlte einer angeblichen Kanzlei 30.000 Euro für ein Fahrzeug aus einer Insolvenz. Die Website missbrauchte den Namen einer echten Kanzlei; die Polizei ermittelt.
Unaufgeforderte E-Mails im Namen echter Kanzleien bieten Restposten aus Insolvenzen gegen Vorkasse an; die Ware kommt nie. Ein Wiesbadener Elektrobetrieb verlor so 2.000 Euro.
Eine angebliche Kanzlei mit Adresse in England verspricht Opfern von Online-Anlagebetrug, ihr Geld zurückzuholen, und verlangt dafür weitere Gebühren. Ihre Domain war erst wenige Tage alt.
Eine Website verspricht Opfern von Online-Anlagebetrug, ihr Geld zurückzuholen, kassiert aber nur weitere Gebühren und missbraucht dafür Namen und Adresse einer echten Nürnberger Kanzlei.
Websites, die Opfern von Internetbetrug Hilfe versprechen, geben sich als Anwälte aus, stehen aber in keinem Anwaltsverzeichnis und nutzen teils die Identität fremder Firmen. Sie verlangen Fernzugriff auf den Computer und Gebühren.
Briefe einer angeblichen Kanzlei aus Zürich versprechen eine Entschädigung von 64.280 Euro für frühere Gewinnspiel-Betrügereien, belegt mit gefälschten Gerichtspapieren und einer professionellen Website. Verlangt werden Gebühren; keiner der genannten Anwälte ist zugelassen.
Für Unternehmen: wie Betrüger die Identität echter Kanzleien nutzen, um angebliche Insolvenzware zu verkaufen oder Forderungen einzutreiben, und wie man sich schützt, mit Tipps eines Rechtsanwalts.
Laut LKA Niedersachsen verschicken Kriminelle Briefe einer angeblichen Kanzlei, die über 50.000 Euro Schadensersatz aus einem Krypto-Betrug versprechen; die Briefe enthalten echte persönliche Daten. Verlangt werden Ausweis, Bankdaten und Zugang zum Online-Banking.
Der BRAK sind wiederholt angebliche Kanzleien bekannt geworden, die mit Insolvenzware, Forderungen oder Abmahnungen Geld verlangen, oft unter dem Namen echter Anwälte. Sie rät, die Zulassung im amtlichen Anwaltsverzeichnis zu prüfen und nur über die dort genannten Kontaktdaten nachzufragen.
Über eine ähnlich lautende Domain verschickten Betrüger im Namen der Insolvenzverwalter-Kanzlei PLUTA Angebote für Insolvenzware gegen Vorkasse. Die Kanzlei hat Strafanzeige erstattet.
Ein auf Facebook verbreitetes Schreiben einer angeblichen Münchner Kanzlei fordert 289,50 Euro für einen Gewinnspiel-Vertrag. Kanzlei, Adresse und Anwälte gibt es nicht.
Die Rechtsanwaltskammer Köln warnt vor einer erfundenen Kanzlei, die vor allem älteren Menschen mit angeblichen Vorpfändungsbeschlüssen Zahlungen ins Ausland abverlangt. Die genannten Anwälte sind nicht zugelassen; die Kammer hat Strafanzeige erstattet.
Ein Mann ohne Jurastudium erschlich sich mit gefälschten Examenszeugnissen die Zulassung und arbeitete über drei Jahre als Anwalt, auch in einer Großkanzlei. Das Amtsgericht München verurteilte ihn zu zwei Jahren auf Bewährung.
Angebliche Fachanwälte versprechen Opfern von Online-Betrug, ihr Geld zurückzuholen, und betrügen sie ein zweites Mal: mit Vorkasse und Fernzugriff auf den Computer.
Laufend ergänzte Warnliste der Kammer mit gemeldeten Fake-Kanzleien, die Geld oder Daten erschleichen wollen.